Sequoia, die letzten Riesenmammutbäume

Das ist nun schon einige Zeit her, doch ein weiterer Trip in die Sierras im Oktober 2016 brachte mich in den Sequoia National Park und Kings Canyon National Park. Ziel der Reise war für mich vorrangig die Riesenmammutbäume (ja die heißen so) zu erblicken. Diese auch einfach Sequoia genannten Bäume kommen nur noch hier vor und sind die größten bei Volumen. Die höchsten Mammutbäume sind Küstenmammutbäume oder dann einfach Redwoods genannt. Diese sind an den Küsten Nord Kaliforniens, und gerade so, im ganz südlichen Oregon, anzufinden. Sie profitieren von der Feuchtigkeit des Meeres und überleben in Tal-senken deswegen heiße Sommer und Dürreperioden. Die Sequoias machen sich die Höhenluft und die somit höhere Luftfeuchtigkeit der Berge zu Nutze.
Diese Bäume haben ihre ganz eigenen Schutzmechanismen gegen Waldbrände. Zum einen können normale Buschfeuer diesen Riesen nichts anhaben, und wenn doch dann brennt nur ein teil im inneren des Baumes aus und der Rest überlebt. Wem es nicht bewusst war, das Holz im inneren der meisten Bäume ist tot, nur die Rinde lebt und transportiert Nährstoffe in die Blattkronen. Ein weiterer Mechanismus ist in den Tannenzapfen implementiert. Sie sind versiegelt und öffnen sich erst bei hohen Temperaturen, ein Signal genau dann zu sprießen wenn ein Feuer die Böden wieder mit Nährstoffen angereichert hat und anderes Gestrüpp aus dem Weg geräumt, so das Sonnenlicht den Waldboden flutet. Kuriose ist auch, wie winzig die Zapfen sind.
Ja die Redwoods sind zwar höher aber ich finde die Sequoias viel beeindruckender. Die Höhe eine Baumes ist schwer zu verstehen wenn man am Fuße dessen steht, im Wald, umgeben von anderen. Da kann man nicht so wirklich erkennen ob es jetzt 80, 100 oder 116 Meter sind. Letzteres ist der höchste Baum der Welt ein Redwood genannt Hyperion. Doch wenn der Stamm 8 Meter im Durchmesser ist (1.5 m über dem Boden) dann ist das eine ganz andere Dimension. Diese Bäume sind einfach fett! 😀 Der Größte von dem ich gerade spreche, ist General Sherman, aber eben nur 84 m hoch. Er ist das Highlight des Giant Forest, doch andere waren noch beeindruckender weil man sich ihnen ganz nähern kann, wie dieser schon lange gefallene.



Die Größenverhältnisse sollte jetzt klar sein.

Beim aufstieg in die Sierras am Freitag sind wir in den Genuss eines fabelhaften Sonnenuntergangs gekommen und ich konnte diesen Glamour-shot von Patrick machen 😀

Die Bilder oben sind beim Wandern im Giant Forest am Tag darauf entstanden. Es fühlte sich einfach als wäre man in einer Prähistorischen Zeit angekommen und man könnte hinter jeder Ecke ein risen Insekt oder Dinosaurier finden. Schwer zu Beschreiben, aber eine sehr intensive Erfahrung.

Riesen Wurzelballen


Die Wettervorhersage hatte andere Teilnehmer abgeschreckt und es wäre fast nicht zu dem Trip gekommen. Doch ich wusste es ist gut möglich die letzte Chance bevor der Winter hier oben einbricht. Und ich behielt recht, der erste Schnee fiel die Woche darauf. Außerdem war das Wetter für unsere vorhaben hervorragend und es hat nur in einer Nacht geregnet. An diesem Abend hatten wir ein Lagerfeuer am laufen, das so viel Hitze abgab das man quasi nicht nass wurde! Auch die Fahrt hier oben durch die Wälder ist einfach nur wunderschön.

Die Wetterfront kommt herein!

Am zweiten Tag (Wir hatte leider wieder nur ein Wochenende, da nicht jeder sich einfach frei nehmen kann.) machten wir einen Abstecher in den Kings Canyon National Park. Die fahrt ist geprägt durch Felslandschaften und Bergvistas die einem dem Atem nehmen.



Ganz hinten im Tal haben wir uns Wasserfälle angeschaut (nicht so spektakulär wenn kaum Wasser da ist) und sind durch den Zumwalt Meadow gewandert.


Unser Camp im Morgenschein. Hier sind uns auch Rehe recht nah gekommen, richtig putzig.
Das war der letzte Sierra Nevada Trip in 2016. Für die Wintersession blieb es bei Wanderungen und Tagesausflügen in der Bay Area selbst. Die Rückkehr in den Yosemite NP musste bis in den nächsten Sommer warten. Doch ich hatte es mir fest vorgenommen!